Albert von Cashel

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Lebte 701–800, im Alter von 99
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    701–800
    Alter 99
Zusammenfassung
Aktualisiert 19.08.2026

Albert von Cashel, auch Albert von Regensburg genannt, ist ein historisch nicht belegter Bischof des Erzbistums Cashel und Heiliger. Seine Verehrung beruht auf einem im 12. Jahrhundert entstandenen, knapp gehaltenen Heiligenleben von geringem historischem Wert; sämtliche konkreten Angaben, die der Vita entnommen werden können, erweisen sich bei kritischer Prüfung als fabulös. Gemäß dieser Vita Albarti Archiepiscopi Casellensis habe Albert in London gelebt und sei aufgrund seines frommen Lebenswandels weithin bekannt gewesen. Erhard († um 715/17), der in der Vita als Ire vorgestellt wird, sei von Irland aus zu ihm gereist, um ihn zu treffen. Beide hätten Freundschaft geschlossen und seien zusammen zurück nach Irland gezogen, wo Albert auf Bitten der Einwohner von Cashel Erzbischof dieser Stadt geworden sei. Albert und Erhard hätten dann aus Sorge um ihr Seelenheil verschiedene christliche Pilgerorte aufgesucht, bevor sie sich getrennt hätten. Aus Sehnsucht nach seinem Freund sei Albert schließlich nach Regensburg gekommen, doch da Erhard mittlerweile dort verstorben war, habe er sich weinend an dessen Grab im Regensburger Niedermünster zu Boden geworfen. An einem 25. Mai sei er dort tot aufgefunden und bestattet worden. Die Vita verfolgt offenkundig das Ziel, die Stellung der Iren in Regensburg zu festigen; bemerkenswerterweise erscheint Albert jedoch erst in jüngeren Quellen ausdrücklich als Ire. Die komplexe Erzählkonstruktion, mit der ein ursprünglich nichtirischer Protagonist dennoch als Ire ausgewiesen wird, könnte daher als Anpassung an vorhandene Kenntnisse über eine mögliche historische Gestalt zu verstehen sein. Selbst unter dieser Voraussetzung bleibt jedoch festzuhalten, dass Albert durch die literarische Überformung der Regensburger Iren historisch nicht mehr greifbar ist. Geschichte und Legende sind unauflöslich miteinander verschränkt; überprüfbare Informationen fehlen vollständig. Ob Albert auf eine reale Person zurückzuführen oder als rein literarisch-hagiographische Figur anzusprechen ist, entzieht sich somit einer endgültigen Klärung. Auch das ihm zugeschriebene Grab im Niedermünster sowie die damit verbundenen Reliquien vermögen seine tatsächliche Existenz nicht zu belegen. Seine „Geburt“ als Vitenheld in einer irisch geprägten literarischen Welt ist jedenfalls im 12. Jh. in Regensburg anzusetzen – unabhängig davon, ob ihm Jahrhunderte zuvor ein historisches Leben vorausging –, und entsprach den Bedürfnissen der irischen Mönche im ihnen fremden baierischen Umfeld. Seit dem 18. Jh. ist Albert Patron des Erzbistums Cashel. Eine eigenständige irische Albertstradition besteht allerdings nicht; vielmehr handelt es sich um eine aus dem 17. Jh. vom Kontinent übernommene Verehrung, die eng mit der Erhardstradition verbunden ist. Zum mutmaßlichen Bestattungsort Alberts ist festzuhalten, dass archäologische Untersuchungen westlich des Erhardgrabes im Niedermünsters eine zweite, frühmittelalterliche Grablege mit Steinsarkophag nachgewiesen haben, die in engem zeitlichen und räumlichen Bezug zu diesem angelegt wurde. Bei der Erhebung der Gebeine Erhards im Jahr 1052 blieb dieses Grab jedoch unbeachtet; Albert wird in den einschlägigen Quellen nicht erwähnt. Erst spätestens im 12. Jh. wurde im Niedermünster, wie die Vita Albarti zeigt, eine Grabstätte Alberts lokalisiert; möglicherweise bildete die Auffindung dieses Grabes auch den Anlass für die Abfassung der Vita. Neuzeitliche anthropologische Untersuchungen der dem Grab zugewiesenen „Gebeine des seligen Alberts“ ergaben den Befund eines hochgewachsenen, schlank gebauten Mannes höheren Alters mit arthritischen Veränderungen. Gegen Ende des 17. Jh. wurden die Gebeine dem ursprünglichen Steinsarkophag entnommen und in eine Truhe überführt, der 1861 mehrere Stücke zur Ausstattung der Kathedrale von Armagh entnommen wurden. Seit 1972 befinden sich die Reliquien in einem Holzschrein im nördlichen Seitenschiff des Niedermünsters, in unmittelbarer Nähe zu Grab und Reliquienschrein Erhards. Gedacht wird Albert alljährlich am 8. Januar, der zugleich der Gedenktag des hl. Erhard ist.

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