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Doris

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Zusammenfassung
Aktualisiert 17.06.2026

Doris (altgriechisch Δωρίς, geb. ca. 60 v. Chr., gest. nach 8/7 v. Chr.) war eine Jüdin und die erste Gemahlin des Herodes I., den sie um 47 v. Chr. ehelichte. Ihr auffälliger Name, der an die Dorer erinnert, ist teils aus einer Legende gemeinsamer Abstammung von Juden und Spartanern erklärt worden, kann aber auch als Verkürzung von Dorothea (Δωροθέα) verstanden werden, analog zum Namen ihres Bruders Theodius, der als Kurzform von Theodorus oder Theodotus gedeutet wird. Die Namen ihrer Eltern sind nicht überliefert. Den Antiquitates des Josephus nach stammte sie aus dem Volk und war jüdischer Abkunft, während das Bellum Iudaicum desselben Verfassers sie als gebürtige Jerusalemerin von bedeutender Abstammung beschreibt. Da Josephus angibt, sie habe demselben Stamm wie Herodes angehört (ἐκ τοῦ ἔθνους), gilt sie in der Forschung überwiegend als Idumäerin, wodurch ihre jüdische Abkunft vielfach in Zweifel gezogen worden ist. Aus der Verbindung mit Herodes ging der Sohn Antipatros hervor. Nach der Vermählung des Herodes mit der hasmonäischen Prinzessin Mariamne um 37 v. Chr. wurde Doris jedoch verstoßen und vom Hof entfernt. Etwa 29 v. Chr. fiel Mariamne einer Hofintrige zum Opfer. Der von Herodes selbst erlassene Todesbefehl führte bei ihren Söhnen zu einer tiefgreifenden Entfremdung vom Vater. Vor dem Hintergrund der daraus erwachsenden innerdynastischen Spannungen berief Herodes Antipatros um 14 v. Chr. an den Hof zurück, in der Erwartung, diese Demütigung werde die Söhne der Mariamme zügeln, was jedoch nicht eintrat. Auf das Betreiben ihres Sohnes erhielt bald darauf auch Doris die Erlaubnis zur Rückkehr. Sie unterstützte fortan aktiv die Machenschaften und Intrigen ihres Sohnes und gewann als Mutter des nun favorisierten Thronfolgers zeitweise beträchtlichen Einfluss und hohes Ansehen am Hof. Nach dem Tod Pheroras’ um 7 v. Chr. geriet Doris jedoch abermals in Herodes’ Missgunst, da man sie verdächtigte, den König vergiften zu wollen. Herodes entzog ihr daraufhin ihre kostbaren Juwelen und verwies sie zum zweiten Mal des Hofes, ließ sie aber weder foltern noch fügte er ihr anderes Leid zu. Auch ihr Bruder Theudion, der um 8/7 v. Chr. nach der Hinrichtung ihres Ehemanns Aristobulus dessen Witwe Berenike geheiratet hatte, wurde derselben Verschwörung angeklagt und entweder um 7/6 v. Chr. zusammen mit Doris verbannt oder von Herodes getötet, möglicherweise um 4 (oder 5) v. Chr., als Antipatros hingerichtet wurde. Denkbar ist auch, dass er zu den Abtrünnigen der herodianischen Familie zählte, die später in Idumaea Unruhe stifteten und von Augustus hingerichtet wurden. Nach der Aufdeckung von Antipatros’ Verschwörungen gegen den Vater suchte Doris ihren Sohn noch vor dessen Rückkehr nach Judäa zu warnen und unterstützte ihn nach seiner Ankunft dort bei seiner Verteidigung. Über ihr weiteres Schicksal nach der Hinrichtung des Antipatros schweigen die antiken Quellen.

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Score-Bestandteile
Momentum14,1
Historisch3,3
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Vollständigkeit23,0
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