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Grattius

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Lebte -50–50, im Alter von 100
SchriftstellerSchriftsteller / Autor
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    -50–50
    Alter 100
Zusammenfassung
Aktualisiert 21.07.2026

Grattius war ein römischer Dichter, der im frühen 1. Jahrhundert n. Chr. ein Lehrgedicht über die Jagd unter dem Titel Cynegetica (in der Forschung als Cyn. abgekürzt) verfasste. Seine einzige Erwähnung in antiken Quellen findet sich in den Epistulae ex Ponto, den Briefen, die der Dichter Ovid aus dem Exil am Schwarzen Meer verfasste. In den erhaltenen Ovid-Handschriften ist sein Name an dieser Stelle mit „Gratius“ wiedergegeben, was aber wohl historisch nicht die korrekte Schreibweise ist. Von den Cynegetica des Grattius ist ein längeres Fragment erhalten. Es umfasst 541 Hexameter und stammt vom Beginn des ersten Buchs des Werkes. In seinem einleitenden Proömium (Verse 1–23) stellt Grattius die Bedeutung der Jagd heraus und verknüpft ihre Erfindung mit dem Aufkommen der Kultur. Im weiteren Verlauf des Textes werden die Ausrüstungsgegenstände des Jägers (Verse 24–149), seine Jagdhunde (Verse 150–496) und seine Pferde (Verse 497–541) behandelt. Diese Themen werden in informativer Form präsentiert; allerdings sind zur Auflockerung mehrere Exkurse eingeflochten, die relativ unbekannte antike Mythen (Verse 95–126 zu Dercylos, Verse 213–252 zu Hagnon), die schädlichen Auswirkungen des Luxus (Verse 310–325), eine Grotte am Ätna (Verse 430–460) und ein Opfer an die Jagdgöttin Diana (Verse 480–496) behandeln. Möglicherweise lässt sich aus einer Passage des Gedichtes erschließen, dass Grattius faliskischer Herkunft war. Da das Werk außerdem auf das Lehrgedicht Georgica des Vergil und auf die Metamorphosen des Ovid Bezug nimmt, lässt sich in Kombination mit der Erwähnung der Cynegetica in Ovids Exilbriefen die Entstehung von Grattius' Lehrgedicht recht präzise auf die Zeit zwischen 1 und 8 n. Chr. eingrenzen. Auf die spätere Literatur hatte Grattius mit seinem Werk keinen erkennbaren größeren Einfluss, allerdings mit Ausnahme mindestens des im späten 3. Jahrhundert schreibenden Dichters Nemesianus, dessen eigenes Werk namens Cynegetica von dem gleichnamigen Œuvre des Grattius beeinflusst ist.

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Quellen

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