Hans Putmans
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Hans Putmans (* um 1600 in Middelburg; † 19. April 1654 in Delft) war ein Kaufmann und Verwaltungsbeamter der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC). Er wirkte in verschiedenen Regionen Südostasiens und bekleidete von 1629 bis 1636 das Amt des Gouverneurs von Niederländisch-Formosa. 1621 trat Putmans in die Dienste der VOC und segelte an Bord der Oranjeboom nach Asien. Nach ersten Tätigkeiten in Kambodscha und Siam stieg er rasch in der Unternehmenshierarchie auf. Im Laufe seiner frühen Karriere wirkte er auch in Pattani, an der Westküste Sumatras sowie an der Nordostküste Javas. Ab Januar 1624 war er im Warenlager der Kompanie in Batavia eingesetzt. Im Januar 1627 heiratete er Elisabeth Quina aus Paris. Im selben Jahr wurde er zum Oberkaufmann ernannt und Mitglied des Schöffenkollegiums von Batavia. Bereits 1628 stieg er zum Präsidenten des Gremiums auf und übernahm zugleich das Amt des Aufsehers über die chinesische Bevölkerung der Stadt. Während der Belagerung Batavias 1628 stellte er seine militärische Eignung unter Beweis. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete Putmans im März 1629 erneut. Seine zweite Gattin war Maria de Meester, die Witwe des verstorbenen Jacobus Doreslaer, der zuvor als Sekretär des Generalgouverneurs tätig gewesen war. Nach der Abberufung des Gouverneurs Pieter Nuyts († 1655), dessen diplomatische Fehltritte und Konflikte mit japanischen Händlern die Handelsbeziehungen mit Japan in eine schwere Krise gestürzt hatten, wurde Putmans zum Gouverneur von Niederländisch-Formosa ernannt. Kurz vor seiner Ankunft war es infolge einer weiteren Fehleinschätzung Nuyts’ zu einem Hinterhalt gekommen, bei dem eine Trupp von etwa 60 niederländischen Musketieren beim Überqueren eines Flusses von den Formosanern überfallen und massakriert wurde. Putmans leitete die Kolonie daraufhin von 1629 bis 1636 und verantwortete zugleich die Wirtschaftsbeziehungen der Kompanie zur chinesischen Küste. Nachdem diplomatische Bemühungen wiederholt gescheitert waren, warb Putmans chinesische Piraten an und unterstützte eine Koalition von Seeräubern, die den chinesischen Küstenhandel angriff, um die chinesische Regierung unter Druck zu setzen und Handelsprivilegien zu erzwingen. Zwar gelang es den Niederländern im Juli 1633, die chinesische Flotte bei Amoy zu vernichten, doch erlitten sie im Oktober desselben Jahres gegen Zheng Zhilong († 1661) eine schwere Niederlage. Daraufhin musste die Kompanie ihre weitergehenden Ambitionen aufgeben und sich aus China zurückziehen. Ausgehend von der Einsicht, dass koloniale Herrschaft eine stabile landwirtschaftliche Grundlage erforderte, förderte Putmans gezielt die Ansiedlung chinesischer Siedler. Zugleich verfolgte die Kolonialverwaltung das Ziel, eine exportorientierte Agrarwirtschaft aufzubauen. Dazu setzte die niederländische Verwaltung Landzuweisungen, die Bereitstellung von Arbeitsmitteln, Steuererleichterungen sowie Schutzmaßnahmen gegen Übergriffe der Formosaner ein. Diese Politik beschleunigte dabei die Sinisierung der Insel. Unter seiner Regierung gingen die Niederländer militärisch gegen die indigene Bevölkerung vor, die seit 1629 erneut in schwere Konflikte mit der Kolonialmacht geraten war. Die Feldzüge von 1635/36 mündeten in die Niederwerfung der Hauptgegner und ebneten den Weg für die Etablierung der Pax Hollandica, einer neuen Ordnung unter niederländischer Vorherrschaft. Im April 1633 schloss Putmans in Batavia seine dritte Ehe mit der jungen Johanna de Solemne aus Breda. Auf eigenen Wunsch bewilligte die Regierung von Niederländisch-Indien am 3. Mai 1636 seine Rückkehr in die Heimat und entband ihn aus seinem Dienst. Mit Beschluss vom 28. September desselben Jahres wurde er zum Kommandeur der Rückkehrflotte ernannt; sein Nachfolger in Formosa wurde der aus Deflt stammende Johan van der Burch († 1640). Am 10. Dezember 1636 traf er in Batavia ein und segelte bereits am 29. Dezember als Kommandeur einer aus sieben Schiffen bestehenden Flotte über das Kap der Guten Hoffnung in Richtung der Niederlande. Nach seiner Rückkehr ließ sich Putmans in Delft nieder. Dort ehelichte er am 24. Oktober 1638 in vierter Ehe Elisabeth van Santen († 1676), einer Tochter des Delfter Stadtrats, Schöffen und Waisenmeisters Gerrit van Santen sowie von Soetje Pieters van der Burch. Aus der Ehe ging der Sohn Gerard Jansz. Putmans († 1698) hervor, der als Ratsherr im Rat Vierzig, Schöffe und Bürgermeister von Delft sowie als Vogt und Deichgraf von Delfland und Direktor der VOC zahlreiche bedeutende Ämter bekleidete. Er war seit 1677 mit Adriana Verburch verheiratet, einer Tochter von Nicolaas Verburch, der von 1649 bis 1653 ebenfalls das Amt des Gouverneurs von Formosa ausgeübt hatte. Hans Putmans starb am 19. April 1654 in Delft.
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Quellen
- 漢斯·普特曼斯Geringe Zuverlässigkeitwikipedia · zh.wikipedia.org
- Hans PutmansGeringe Zuverlässigkeitwikipedia · de.wikipedia.org
- Hans PutmansGeringe Zuverlässigkeitwikipedia · en.wikipedia.org
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