Henri Gagnebin (* 13. März 1886 in Lüttich; † 2. Juni 1977 in Genf) war ein Schweizer Komponist, Organist und Hochschullehrer belgischer Herkunft. Henri Gagnebin wurde 1886 als erstes von zwei Kindern des belgischen Pastors Henri-Auguste Gagnebin und seiner niederländischen Frau Adolphine, geborene Heshuysen, geboren. Sein jüngerer Bruder, Élie Gagnebin (1891–1949), war von 1933 bis zu seinem Tode Professor für Geologie an der Universität Lausanne. Sein Grossvater, Ferdinand-Henri Gagnebin (1816–1890) war, ebenso wie Henris Vater, ein protestantischer Pastor, der sich nach 1856 in Amsterdam niederliess. Henri besuchte die Primarschule in Biel/Bienne, später das Gymnasium in Lausanne. Zunächst erhielt Gagnebin Unterricht in Klavier bei Joseph Lauber und Harmonielehre bei Justin Bischoff. 1905 studierte er acht Monate Komposition bei Richard Rössler in Berlin. 1908 zog Gagnebin für acht Jahre nach Paris, wo er an der Schola Cantorum studierte (Orgel bei Abel Decaux und Louis Vierne, Klavier bei Blanche Selva und Komposition bei Vincent d’Indy). In dieser Zeit war er Organist an der Église Luthérienne de la Rédemption im 9. Arrondissement, sowie von 1916 bis 1925 Organist am Temple de Saint-Jean de Cour in Lausanne. Von 1918 bis 1925 unterrichtete er Musikgeschichte am Konservatorium von Lausanne. Von 1925 bis 1957 war Gagnebin Direktor des Genfer Konservatoriums, bevor er 1957 bis zu seiner Emeritierung 1961 Dekan der Abteilung Tasteninstrumente wurde. In seiner Zeit als Direktor holte Henri Gagnebin den rumänischen Pianisten Dinu Lipatti als Professor der Klavier-Meisterklasse (1944–1947) an das Genfer Konservatorium. Von 1925 bis 1937 war Gagnebin Vorstandsmitglied im Schweizerischen Tonkünstlerverein. 1939 gründete Gagnebin, zusammen mit Frédéric Liebstoeckl, den Concours international d’exécution musicale de Genève (CIEM-Genève). 1949 wurde Gagnebin Ehrendoktor der Universität Genf. Er war mit Künstlern wie Ernest Ansermet, Frank Martin, Mstislav Rostropovich, Arthur Rubinstein und Andrés Segovia freundschaftlich verbunden. 1971 wurde Gagnebin als assoziiertes Mitglied in die Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique (Classe des Beaux-Arts) aufgenommen. Sein Werkverzeichnis umfasst zahlreicher Kompositionen unterschiedlicher Gattungen, mit Ausnahme der Oper. Er schrieb mehrere Sinfonien, Quartette, Oratorien, ein Klavierkonzert, Vokalmusik und Werke für Klavier und Orgel (darunter mehr als 100 Stücke über den Genfer Psalter). Zudem war er an der Werkausgabe von Claude Goudimel beteiligt. Henri Gagnebin starb 1977 im Alter von 91 Jahren in Genf.
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Score-Aufschlüsselung
Die sechs Teilsignale hinter dem Fame-Score und ihre Ränge in den Ranglisten.
Quellen
- DiscogsGeringe Zuverlässigkeitdatabase · discogs.com
- هنرى جاجنيبينGeringe Zuverlässigkeitwikipedia · arz.wikipedia.org
- Henri GagnebinGeringe Zuverlässigkeitwikipedia · de.wikipedia.org
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