Hermann Weingärtner

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Lebte 1864–1919, im Alter von 55
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    1864–1919
    Alter 55
Zusammenfassung
Aktualisiert 16.06.2026

Hermann Otto Ludwig Weingärtner (* 27. August 1864 in Frankfurt (Oder), Königreich Preußen; † 22. Dezember 1919 in Frankfurt (Oder), Deutsches Reich) war ein deutscher Turner und Olympiasieger. Weingärtners Vater war der Turn- und Schwimmlehrers und Badeanstaltsbesitzer Karl Gustav Albert Weingärtner (gest. nach 1879). Seine Mutter war dessen Ehefrau Charlotte Wilhelmine Weingärtner, geb. Koch. Er war nach Carl Gustav Albert (geb. 27. Februar 1869, Turnlehrer) und Robert (gest. November 1896) der drittälteste von fünf Söhnen. Die jüngeren Brüder hießen Max und Adolf. Die Familie wohnte nacheinander in den Häusern Fischerstrasse 2, 94/95 und 100. Weingärtner wurde in Frankfurt (Oder) geboren, erlernte den Beruf des Kaufmanns und wurde Mitglied des Frankfurter Turnvereins 1860. Aufgrund beruflicher Verpflichtungen zog er 1855 nach Berlin und trat 21-jährig der Berliner Turnerschaft bei. Um das Jahr 1880 starb sein Vater und die Mutter übernahm die 1867 von ihrem Mann gegründete Badeanstalt auf der Insel Ziegenwerder in Frankfurt (Oder). Spätestens 1893 war die Leitung der Badeanstalt an seinen Bruder Robert übergegangen. Seinen ersten großen nationalen sportlichen Erfolg erreichte Weingärtner beim 8. Deutschen Turnfest 1894 in Breslau (Wrocław), ein Jahr später gewann er eine goldene Plakette beim Bundesturnfest des italienischen Turnverbandes Federazione Ginnastica Nazionale Italiana in Rom. Bei den I. Olympischen Sommerspielen 1896 in Athen gewann Weingärtner am 9. April den Einzelwettbewerb am Reck. Ferner gewann er die Mannschaftswettbewerbe am Reck und am Barren. Zweite Plätze errang er an den Ringen und beim Pauschenpferd. Am Barren soll er zudem Dritter im Einzelwettbewerb gewesen sein: Andere Quellen, darunter die offizielle Seite des Internationalen Olympischen Komitees ordnen seine Bronzemedaille dem englisch vault men zu, was dem Sprung am Sprungpferd entspricht. Er war mit drei Goldmedaillen, gemeinsam mit Alfred Flatow und Paul Masson, erfolgreichster Sieger hinter Carl Schuhmann und erzielte in der internationalen Gesamtwertung den zweiten Platz. In Deutschland wurde er auf seine Olympiateilnahme hin durch die Deutsche Turnerschaft gesperrt. Der Grund war der Boykott der Olympischen Spiele durch die Deutsche Turnerschaft, die sich gegen das olympische Konzept stellte. Sieben Monate nach seinen Olympiaerfolgen starb im November 1896 sein Bruder Robert an Herzversagen. Hermann Weingärtner ging zurück nach Frankfurt (Oder) und übernahm die Leitung der Badeanstalt. Er heiratete 1900 die Bäckerstochter Elisabeth Kummert, mit der er drei Kinder hatte: Ella, Erich und Klara. Am 22. Dezember 1910 erhielt er für die Rettung eines Ertrinkenden die preußische Rettungsmedaille am Band. Hermann Weingärtner starb am 22. Dezember 1919 an einem Herzschlag, den er erlitt, als er mit einem Kahn vom Ziegenwerder an das Oderufer am Ende der Bischofstraße übersetzte.

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Quellen