Hyginus Mythographus

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Lebte 50–300, im Alter von 250
SchriftstellerSchriftsteller / Autor
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  • Epoche
    50–300
    Alter 250
Zusammenfassung
Aktualisiert 22.06.2026

Unter dem Verfassernamen Hyginus sind zwei mythographische Handbücher in lateinischer Sprache überliefert. Das eine heißt Genealogiae und ist auch unter dem Titel Fabulae bekannt, das andere ist astronomisch-mythographisch und trägt den Titel De astronomia. Die Identität des Autors ist unklar, daher wurde er „Hyginus Mythographus“ genannt. Möglicherweise ist er mit Gaius Iulius Hyginus, einem Zeitgenossen des Kaisers Augustus, gleichzusetzen. Von einem Teil der Forschung werden die unter dem Namen ‚Hyginus‘ kursierenden Werke, insbesondere die Genealogiae, hingegen erst in das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert. Die Genealogiae bestehen aus drei Teilen: Stammbäumen der Götter und Heroen, 220 „fabulae“ (Einzelsagen) und sogenannten Indices (listenartige Zusammenstellungen). Die „allen bekannte Genealogie des Hyginus“ wurde im Jahr 207 („im Konsulatsjahr des Maximus und Aper“) ins Griechische (rück-)übersetzt. Als Quellen hatte der Verfasser offenbar ein griechisches mythologisches Handbuch, vergleichbar der Bibliotheke des Apollodor, sowie griechische Tragödien (Aischylos, Sophokles, Euripides) und Epen (Homer, Hesiod) verwendet. Das astronomisch-mythologische Handbuch De astronomia in vier Büchern stellte im Mittelalter eine erstrangige Quelle für die antiken Sternbildsagen dar und wurde daher viel kopiert; seit dem 9. Jahrhundert entstanden Abschriften mit teils aufwendigen und kunsthistorisch wichtigen Illustrationen. Literarische Prominenz erhielt Hygins Fabel 220 (Cura, „Die Sorge“) bei Goethe, der die Fabel – vermittelt über Herders Gedicht Das Kind der Sorge – im Faust. Der Tragödie zweiter Teil (Verse 11384–11510) adaptierte. Philosophische Prominenz erhielt diese Fabel wiederum durch ihre Interpretation im Rahmen der Daseinsanalytik in Martin Heideggers Schrift Sein und Zeit (§ 42) aus dem Jahr 1927, die ihrerseits von Hans Blumenberg eine zeitgeschichtliche Kontextuierung und Kommentierung erfuhr.

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