Kofoworola Abeni Pratt

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Lebte 1910–1992, im Alter von 82Nigeria
NigeriaNigeriaPolitikerAmtsträger
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  • Epoche
    1910–1992
    Alter 82
  • Auszeichnungen
    3
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Zusammenfassung
Aktualisiert 19.08.2026

Häuptling Kofoworola Abeni Pratt (* 1915 in Lagos/Protektorat Nigeria; † 18. Juni 1992) war eine nigerianische Krankenschwester, stellvertretende Vorsitzende des International Council of Nurses und leitende Pflegekraft im Bundesgesundheitsministerium in Lagos. Sie wird als „afrikanische Florence Nightingale“ bezeichnet. Kofoworola Abeni Pratt (geb. Scott) wurde als zweites von vier Kindern in Lagos geboren. Die Eltern waren Augustus Alfred Scott und Elisabeth Omowumi Scott. Der Großvater war Häuptling Taiwo Olowo, ein mächtiger Yoruba. Die Familie war anglikanischen Glaubens und Kofoworola Abeni Scott besuchte die „St. Anne's School“ in Ibadan. 1933 erhielt sie hier das „Cambridge Senior School Certificate“. Sie absolvierte anschließend ein Lehramtsstudium am „United Missionary College“ in Ibadan und arbeitete von 1936 bis 1940 als Lehrerin an der „St. Anne's School“. 1941 erfolgte die Heirat mit dem Apotheker Eugene Samuel Oluremi Pratt. Das Ehepaar hatte drei Kinder, das erste Kind verstarb, der zweite Sohn wurde 1943 in Nigeria geboren, das dritte Kind 1952 in London. Durch die Tätigkeit des Vaters im „Civil Service“ zog die Familie mehrfach um. 1946 folgte Pratt ihrem Ehemann nach London. Hier begann sie ein Studium der Krankenpflege an der „Nightingale School of Nursing“ am St. Thomas Hospital. Während des Studiums erlebte sie Rassendiskriminierung, weil einige Patienten sich nicht von ihr pflegen lassen wollten. Sie war Mitglied in der „West African Student's Union (= WASU)“ und kämpfte für die Unabhängigkeit der britischen Kolonien in Westafrika. 1949 schloss sie ihr Krankenpflegestudium erfolgreich ab und war nun „State Registered Nurse“. Sie war möglicherweise die erste afrikanische Krankenschwester, die an der Nightingale School ausgebildet wurde. Pratt absolvierte nun zusätzlich eine Hebammenausbildung, die sie 1950 beendete. 1951 folgte ein Abschluss in Tropenpflege. Mittels eines Stipendiums konnte sie 1952 am „Royal College of Nursing“ eine Weiterbildung zur Stationsleitung machen. Anschließend arbeitete sie in der Kinderkrankenpflege im „Evelina Childrens Hospital“. Von 1950 bis 1954 arbeitete sie insgesamt vier Jahre lang im britischen „National Health Service“. 1954 kehrte sie schließlich nach Nigeria zurück und fand zunächst eine Anstellung am „University College Hospital Ibadan“. Nach ihrer Ankunft stellte sie fest, dass sie in einem anderen Gebäudeteil als demjenigen der britischen Kollegen untergebracht war. Auch verweigerte der Chefarzt die Zusammenarbeit mit ihr, weil sie Nigerianerin war. Diese Entscheidungen wurden aufgehoben, dennoch wurde Pratt in das „Adeoyo Krankenhaus“ versetzt. Dieses neue Krankenhaus befand sich noch im Bau. Es war Pratt möglich, neue Standards für Pflege, Hygiene und Ernährung einzuführen und die Pflege im Sinne des „Nightingale Style of Nursing“ aufzubauen. 1955 wurde sie Stationsleitung. 1956 zog es sie erneut nach London für ein Studium der Krankenhausverwaltung. Drei Jahre später unternahm sie eine Studienreise in die USA, nach Puerto Rico und Jamaica. 1964 wurde Pratt Oberin am Universitätsklinikum Ibadan. Sie war die erste Nigerianerin in dieser Position. Ein Jahr später gründete sie eine Krankenpflegeschule an diesem Universitätsklinikum. Auch gründete sie einen „Berufsverband nigerianischer Krankenschwestern“ und rief die Fachzeitschrift „Nigerian Nurse“ ins Leben. In den 1970er Jahren war sie leitende Pflegekraft im nigerianischen Bundesgesundheitsministerium, 1973 wurde sie von Brigadegeneral Mobolaji Johnson in sein Kabinett berufen und fungierte faktisch als Gesundheitsministerin. 1973 wurde sie vom Internationalen Roten Kreuz mit der „Florence Nightingale Medaille“ ausgezeichnet. 1975 wurde ihr der Häuptlingstitel „Ina Ole Agbo“ verliehen.

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