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Timothy Reuter

Deutschland · Schriftsteller · Lebte 1947 bis 2002 · im Alter von 55

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Timothy Alan Reuter (* 25. Januar 1947 in Manchester; † 14. Oktober 2002 in Southampton) war ein deutsch-britischer Historiker für mittelalterliche Geschichte. Timothy Reuter hatte eine englische Mutter und einen deutschen Vater. Er war der Enkel des Berliner Bürgermeisters Ernst Reuter.

Text aus Wikipedia, CC BY-SA 4.0

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Im Umfeld

Vater: Harry Reuter

Zur Person

Timothy Alan Reuter (* 25. Januar 1947 in Manchester; † 14. Oktober 2002 in Southampton) war ein deutsch-britischer Historiker für mittelalterliche Geschichte. Timothy Reuter hatte eine englische Mutter und einen deutschen Vater. Er war der Enkel des Berliner Bürgermeisters Ernst Reuter. Nach dem Schulbesuch in Newcastle ging er für die Jahre 1965 bis 1968 nach Cambridge und anschließend nach Oxford, wo er mittelalterliche Geschichte bei Karl Leyser studierte. Von Leyser wurde er 1975 über das alexandrinische Schisma (The Papal Schism, the Empire and the West, 1159-1169) promoviert. Nach einem Jahrzehnt Lehrtätigkeit an der University of Exeter war er von 1981 bis 1994 Mitarbeiter bei den Monumenta Germaniae Historica (MGH) in München, wobei er sich unter anderem mit der computerunterstützten Editionstechnik beschäftigte und gemeinsam mit Gabriel Silagi eine Konkordanz des Decretum Gratiani erstellte. Bei den MGH war er für eine Edition des Briefbuchs des Abtes Wibald von Stablo zuständig und steuerte zahlreiche Besprechungen für die Fachzeitschrift der MGH, das Deutsche Archiv für Erforschung des Mittelalters, bei. Im Jahr 1994 wurde er zum ordentlichen Professor an der Universität Southampton ernannt. Einen Ruf auf einen Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte nach München lehnte er 2000 ab. Die ihm 2002 angetragene research professorship der British Academy zur Erforschung bischöflicher Diözesanverwaltung im mittelalterlichen England konnte er aufgrund seiner Krankheit nicht mehr antreten. Der Vater dreier Kinder starb 2002 an einem Gehirntumor. Die Universität Southampton richtet seit 2004 jährlich die dem Gedächtnis Reuters verpflichteten Reuter Lectures aus (bisherige lecturer unter anderem Chris Wickham, Jinty Nelson oder Patrick J. Geary), deren Vorträge in der Schriftenreihe des Centre for Medieval and Renaissance Culture veröffentlicht werden. Reuter wurde unter anderem dadurch bekannt, dass er die Bedeutung des ottonisch-salischen Reichskirchensystems, die in der Forschung bis dahin weitgehend Konsens gewesen war, in einem Aufsatz 1982 grundlegend hinterfragte. Er charakterisierte die Zeit um die erste Jahrtausendwende als „ein Europa der Bischöfe“, das er in Mitteleuropa nicht zuletzt in einem „funktionierenden und ziemlich lückenlosen Bistumsnetz“ manifestiert sah. Reuter betonte, dass bischöfliches Handeln im Hochmittelalter vor allem auf die jeweilige Diözese zu verstehen sei und nicht auf das König- oder Papsttum. Kritisch mit Reuters Sichtweise setzte sich eine Tagung in Göttingen im Jahr 2020 auseinander.

Text aus Wikipedia, CC BY-SA 4.0

Land
Deutschland
Kategorie
Schriftsteller
Art
Schriftsteller / Autor
Status
verstorben
Daten
Lebte 1947 bis 2002 · im Alter von 55

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