Abū Tāhir as-Silafī

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Lebte 1085–1180, im Alter von 95
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    1085–1180
    Alter 95
Zusammenfassung
Aktualisiert 28.07.2026

Abū Ṭāhir as-Silafī (arabisch أبو طاهر السلفي, DMG Abū Ṭāhir as-Silafī; Aḥmad b. Muḥammad b. Aḥmad al-Iṣbahānī) war ein Gelehrter der Rechtsschule der Schāfiʿiten im 11. Jahrhundert vor allem mit Wirkungskreis Alexandria. In der islamischen Literatur ist er mit seiner Kunya und Nisbe berühmt (schuhra) geworden. Ibn Challikān (1211–1282) gab ihm den Ehrentitel (laqab) ṣadr ad-dīn: Anführer der Religion. Er ist gegen 1079 in Isfahan Iran geboren. Über sein Geburtsjahr gibt es bei den Biographen unterschiedliche Angaben. Selbst as-Silafī gibt zwei Jahresdaten an: einmal das Jahr 472/Juli 1079 – Mai 1080, das er eigenhändig aufgeschrieben haben soll und das geschätzte Jahr 475/Juni 1082 – April 1083, denn er soll ungefähr zehn Jahre alt gewesen sein, als Nizām al-Mulk ermordet wurde (1092). Er sagt ferner: „Man hat bei mir in Isfahan zu Beginn des Jahres 492/Oktober 1098 (an Vorlesungen) mitgeschrieben als ich ungefähr 17 Jahre alt war und noch keinen Bartwuchs hatte – wie al-Buchārī, möge Gott Erbarmen mit ihm haben – , ich meine als man bei ihm studierte.“ Einem weiteren Bericht zufolge nahm as-Silafī bereits an den Vorlesungen des damals schon betagten Gelehrten der Hanbaliten Rizq Allāh, ʿAbd al-Wahhāb b. ʿAbd al-ʿAzīz, Abū Muḥammad b. at-Tamīmī (gest. 1095) teil und wird die Art seiner Teilnahme an dessen Vorlesungen und Sitzungen mit den Worten beschrieben: „In der Dschūrdschīrī-Moschee war ich (nur) als Zuschauer anwesend. Danach nahm ich an seinen (Vorträgen) als Zuhörer teil...“. Den biographischen Nachrichten zufolge wuchs as-Silafī im sozialen Milieu von Gelehrten unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen in Isfahan auf. In der Folgegeneration hebt der bedeutende Geograph und Literaturwissenschaftler Yāqūt ar-Rūmī al-Ḥamawī (1179–1229) die Bedeutung der Stadt für die islamischen Wissenschaften mit Hinweis auf Berichte Dritter lobend hervor: Der Daddschāl wird in Isfahan erscheinen. In Isfahan sind Gelehrte und religiöse Würdenträger in allen Disziplinen erschienen, die in keiner anderen Stadt aufgetreten sind. Dies betrifft vor allem den hohen Wert der Vermittlung von (früheren) Werken. Die Einwohner der Stadt erreichen ein hohes Alter, dennoch schenken sie dem Studium des Ḥadīth (d.h. Ḥadīthe zu hören) stets große Aufmerksamkeit. Die Stadt hat unzählige Wissenschaftler... Einstimmigen Berichten zufolge starb er in fortgeschrittenem Alter Ende August 1180 nach dem Morgengebet in Alexandria, Ägypten. Er galt als einer der bedeutendsten Gelehrten auf den Gebieten der Ḥadīthliteratur, Koranexegese, der Koranrezitation, der islamischen Literatur und vor allem in der Weitergabe früherer Schriften aus dem Ost- und Westislam in seinem Studienkreis im Ägypten des 12. Jahrhunderts. Er wird mit anderen Größen des Jahrhunderts, wie mit dem Gelehrten al-Ghazālī und dem Staatsmann Saladin, genannt, die in der Nachwelt als geistige Erneuerer ihres Jahrhunderts (Mudschaddid) gelobt werden. Hierbei beruft sich das islamische Gelehrtenleben auf einen fiktiven Spruch des Propheten Muhammad, der gesagt haben soll: „Gott wird zu Beginn eines jeden Jahrhunderts jemanden an die islamische Gemeinschaft (Umma) entsenden, der ihre Religion erneuert.“

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