Hischām ibn al-Hakam
Akademiker · Gestorben 795
Abū Muhammad Hischām ibn al-Hakam (arabisch أبو محمد هشام بن الحكم, DMG Abū Muḥammad Hišām ibn al-Ḥakam; gestorben 795 oder später in Kufa) war einer der wichtigsten Kalām-Gelehrten während der Herrschaft der beiden abbasidischen Kalifen al-Mahdī (regierte 775-785) und Hārūn ar-Raschīd (regierte 786-809).
Text aus Wikipedia, CC BY-SA 4.0
Hischām ibn al-Hakam wird in 8 Sprachen etwa 32 Mal am Tag gelesen.
Ein typischer Tag, 30 Tage bis zum 16. Juni 2026
Der mittlere Tag der gezählten Tage, damit eine Nachrichtenwoche ihn nicht verschieben kann. Die Linie darunter zeigt die letzten 60 Tage, ein Punkt pro Tag.
Stimmt etwas nicht?Zur Person
Nachdem er sich in seiner Jugendzeit dem sechsten Imam Dschaʿfar as-Sādiq (gestorben 765) angeschlossen hatte, gehörte er zu den bedeutendsten Vertretern der imamitischen Schia. Als Kalām-Gelehrter führte er religiöse Streitgespräche mit Gelehrten anderer islamischer Glaubensrichtungen (Ibaditen, Muʿtazila, Zaiditen) sowie auch mit Vertretern nicht-islamischer Religionen. Viele dieser Gespräche fanden im Kreise des barmakidischen Wesirs Yahyā ibn Chālid statt. Später wandte sich aber der Wesir gegen Hischām und diskreditierte ihn wegen seiner politischen Ansichten beim Kalifen, so dass Hischām untertauchen musste. Hischām ibn al-Hakam hat zahlreiche Werke verfasst, von denen jedoch keines erhalten ist. Einer der auffälligsten Züge an seiner Lehre war sein Korporealismus (taǧsīm). Er meinte, dass es in der Welt nur Körper gebe und auch Gott ein Körper sei. Auf politischer Ebene arbeitete er eine Imamatstheorie aus, die zur Grundlage der imamitischen Lehre wurde. Hierzu gehörten die Vorstellung von der Unfehlbarkeit der Imame sowie das Prinzip ihrer Festlegung durch Designation (naṣṣ). Über die Prophetengefährten lehrte er, dass sie mit wenigen Ausnahmen vom Glauben abgefallen sein, weil sie das Imamat von ʿAlī ibn Abī Tālib nicht anerkannt hatten. Deshalb betrachteten ihn Sunniten als extremistischen Rāfiditen und Feind des Islams. Auch innerhalb der imamitischen Schia war Hischām nicht unumstritten. Einige Imamiten warfen ihm vor, mit seinen Streitgesprächen die Verhaftung des siebten Imams Mūsā al-Kāzim (gest. 799) verschuldet zu haben. Die von ihm überlieferten Lehren hielt man zum Teil für falsche Anschuldigungen.
Text aus Wikipedia, CC BY-SA 4.0